Als ich 14 oder 15 war, fiel mir ein Bild einer gefesselten Frau in die Hände. Ich fand den Gedanken toll, jemandem ausgeliefert zu sein und alles über sich ergehen lassen zu müssen. Gleichzeitig fielen mir auch die Räuber und Gendarm- bzw. Indianerspiele ein, die ich als Kind gern gespielt habe. Aber wer hat das nicht? :-) Wenn ich einmal "gefangen genommen" wurde, hat mir das immer nicht so toll gefallen. Viel mehr Freude hatte ich jedoch daran, jemanden gefangen zu nehmen und schließlich an den "Marterpfahl" zu binden.
Auch wenn mir das Bild nicht aus dem Kopf ging, hatte ich doch meine Zweifel, ob das, was mir da gefällt, normal ist. Es vergingen ein paar Jahre, aber es lies mich nicht los. Ich begann mich langsam zu informieren, was das ist, was mir da gefällt, und immer wieder las ich den Namen "De Sade". Also habe ich mir ein Buch über "De Sade" besorgt und war gleichzeitig entsetzt aber auch fasziniert.
Aber auch praktisch machte ich so langsam meine ersten Erfahrungen. Kleine Fesselspielchen fand ich sehr aufregend. Auch stellte ich recht schnell fest, das mir der aktive Part mehr Spaß macht als der passive Part. Langsam und Schritt für Schritt versuchte ich mehr und lernte.
Inzwischen habe ich einiges an Erfahrung sammeln können, und ich bin ständig dabei, meinen Hunger nach mehr zu stillen. Mir schieb letztens jemand in einer Mail: "Nichts ist so frustierend wie die Feststellung, dass es kaum mehr Gipfel gibt, auf denen man der Erste sein kann." Dazu kann ich nur sagen: Wenn ich feststelle, dass auf diesem Gipfel bereits einer war, dann weiss ich, dass mein Weg nicht ganz falsch gewesen sein kann und ich kann beruhigt weitergehen.