Mein BDSM

Am Anfang war das Bild …

Als ich 14 oder 15 war, fiel mir ein Bild einer gefesselten Frau in die Hände. Ich fand den Gedanken toll, jemandem ausgeliefert zu sein und alles über sich ergehen lassen zu müssen. Gleichzeitig fielen mir auch die Räuber und Gendarm- bzw. Indianerspiele ein, die ich als Kind gern gespielt habe. Aber wer hat das nicht? 🙂 Wenn ich einmal „gefangen genommen“ wurde, hat mir das immer nicht so toll gefallen. Viel mehr Freude hatte ich jedoch daran, jemanden gefangen zu nehmen und schließlich an den „Marterpfahl“ zu binden.

Auch wenn mir das Bild nicht aus dem Kopf ging, hatte ich doch meine Zweifel, ob das, was mir da gefällt, normal ist. Es vergingen ein paar Jahre, aber es lies mich nicht los. Ich begann mich langsam zu informieren, was das ist, was mir da gefällt, und immer wieder las ich den Namen „De Sade“. Also habe ich mir ein Buch über „De Sade“ besorgt und war gleichzeitig entsetzt aber auch fasziniert.

Aber auch praktisch machte ich so langsam meine ersten Erfahrungen. Kleine Fesselspielchen fand ich sehr aufregend. Auch stellte ich recht schnell fest, das mir der aktive Part mehr Spaß macht als der passive Part. Langsam und Schritt für Schritt versuchte ich mehr und lernte.

Inzwischen habe ich einiges an Erfahrung sammeln können, und ich bin ständig dabei, meinen Hunger nach mehr zu stillen. Mir schieb letztens jemand in einer Mail: „Nichts ist so frustierend wie die Feststellung, dass es kaum mehr Gipfel gibt, auf denen man der Erste sein kann.“ Dazu kann ich nur sagen: Wenn ich feststelle, dass auf diesem Gipfel bereits einer war, dann weiss ich, dass mein Weg nicht ganz falsch gewesen sein kann und ich kann beruhigt weitergehen.


 

Was bedeutet BDSM für mich ?

Sehr oft höre ich von anderen Doms Sprüche der Art: „Also wenn eine Sklavin das nicht macht, dann ist sie keine Sklavin!“. Für mich ist SM kein Wettkampf zwischen Subs, in dem es nach „schneller, höher oder weiter“ geht. Jeder hat andere Vorlieben, Neigungen und Grenzen. Deswegen sind wir Individuen und keine Maschinen. Man kann also nicht sagen: Weil die eine Sklavin keine 50 Hiebe mit dem Rohrstock aushält, ist sie eine schlechtere Sklavin als eine die dies aushält, vielleicht sogar noch nach mehr schreit.

Meine Kriterien sehen, wenn man überhaupt vergleichen kann, etwas anders aus. Was gebe ich eigentlich meiner Sub? Ich zwinge sie zu nichts. Meine Sub hat jederzeit die Möglichkeit ihr Savewort zu benutzen. Dies hat auch keine Folgen, nach dem Motto: „Wenn du das Savewort benutzt, bist du nicht mehr meine Sub!“ Ich bringe sie lediglich dazu, sich selbst zu zwingen und über ihren eigenen Schatten zu springen. Ich fordere sie ständig, gebe ihr den nötigen Halt und fange sie im Falle eines Falles auf. Wenn ich ihre Vorlieben und Grenzen kenne, dann kann ich auch beurteilen, wie weit sie selbst an ihre Grenzen geht, wenn ich sie fordere. Das ist, wenn überhaupt vergleichbar, das einzige Kriterium, welches ich als Vergleich zwischen verschiedenen Subs heranziehen würde.


 

Meine Sklavin „Melana“

Ich werde den 23.07.2000 nie vergessen. Seit diesem Tag gehörst Du mir.

Seit dem 22.04.2001 bist du nun offiziell meine Sklavin.

Danke für die schönen Stunden und für all das, was Du mir bisher gegeben hast.

Ich bin stolz auf Dich und was wir schon zusammen erreicht haben.

Dein Herr


Wenn Du vor mir liegst, nackt und hilflos,

wenn Dein Körper bebt,

wenn eine Träne in Deinen Augen glänzt,

dann weiß ich, Du gehörst mir.

© 14.01.2001 DasSeil

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